Der sensible Umgang mit der Natur sowie die Berücksichtigung des wertvollen Baumbestandes einerseits und die Ausnutzung der grandiosen Panoramasituation andererseits, führten zu einem zurückhaltenden und in der Höhenentwicklung angemessenen Gebäudekörper, der sich durch seine freie Form harmonisch in die Natur integriert und an den Nahtstellen mit ihr verschmilzt. Der Erhalt der besonderen Baumgruppe im Südwesten (zwei stattliche Linden und eine alte Eiche) als Fixpunkt für dieses Areal war der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Gebäudekonzeptes. Durch das Zurücksetzen des Baukörpers hinter diese Baumgruppe wird die prägende Silhouette der Natur erhalten. Sowohl die „Fernsicht“ aus Horben, wie auch die Sicht des ankommenden Gastes werden dadurch wohltuend begleitet. Die aus den vorhandenen Höhenverläufen entwickelte freie Form des dynamischen Baukörpers ermöglicht eine optimale Ausrichtung aller Zimmer: vom Schwarzwald im Osten, über die Gebirgsausläufer (Frauenhemd) im Süden bis in die Rheinebene im Westen und Norden. Durch die geplante Durchmischung der ein- und zweibündigen inneren Erschließung entstehen zwei attraktive helle und übersichtliche Zimmergeschosse mit grandiosen Ausblicken in die Natur. Das zurückgesetzte Attikageschoss duckt sich in die Bergkuppe und wirkt dadurch angenehm auf die Höhenentwicklung, die nach wie vor durch den bestehenden Baumbestand bestimmt wird. Hotelvorfahrt und Erschließung liegen westlich, in unmittelbarer Nähe zur Tiefgarage. Hierdurch wird die beste Panoramalage mit seinen Terrassen und den Linden freigestellt und nicht durch den Verkehr gestört. Die funktionale Anordnung des Sport-, Natur- und Gesundheitsbereiches entwickelt sich im Norden mit herrlichem Blick in die Rheinebene und den Schwarzwald.
Hotel & Gastronomie
Fertigstellung Wettbewerb 2021, 4. Platz
BGF 2.200 qm
Der hier vorgelegte Entwurf ordnet und strukturiert das Ensemble der Kramer-Mühle mit seiner über Jahrhunderte gewachsenen Gebäudevielfalt unterschiedlicher Bedeutung und Qualität. Der Erhalt und die Freistellung der historisch wertvollen Bausteine des Mühlenanwesens (Mühle, Gutshaus und Scheune) steht dabei im Vordergrund. Durch die Anordnung eines Ergänzungsbaus auf der Westseite entsteht ein dreiseitiges, hofartiges Ensemble bei gleichzeitiger Bildung einer attraktiven Mitte durch den Kraichbach als Erlebnisbereich der Gesamtanlage. Die Fassung der Gesamtanlage und Stärkung des Mühlen-Hofes mit dem Bach als zentralen, wieder erlebbaren Element über den dreiseitigen Abschluss des Hofes mit einem kleinen eingeschossigen Neubau im Westen der Anlage ist ein wichtiges Konzept-Prinzip. Genauso wie die Schaffung einer klaren und übersichtlichen Erschließung der zu nutzenden Flächen. Die Möglichkeit der Beteiligung und Integration der Bürger*innen bei der Planung bis zur Ausführung ist wichtiger Teil des Projekts.
Grundsätzlich ist die gesamte Anlage für größere Veranstaltungen, sowohl innerhalb der Gebäude als auch auf den attraktiven Freiflächen, sehr gut mit Parkmöglichkeiten durch den vorhandenen Parkplatz am Gemeindezentrum versorgt. Ein neues gläsernes Treppenhaus mit integriertem Aufzug wird als zentrales Erschließungselement, zwischen die Baukörper der Mühle und des Gutshauses, über dem Bach integriert. Von diesem zentralen Punkt aus lassen sich die verschiedenen Ebenen der beiden Bauteile bestmöglich erschließen, miteinander verbinden oder voneinander trennen. Die Mediathek bildet den wesentlichen Kern der gesamten Anlage. Das Erdgeschoss beinhaltet, außer den Räumen für Serviceleistungen und Nebenräumen im Osten, eine Anzahl freier Arbeitsplätze. Im südlichen Anbau mit Gartenanbindung befindet sich ein kleiner zweigeschossiger Lesesaal, der auch für kleine Veranstaltungen / Lesungen genutzt werden kann. In den oberen beiden Geschossen sind Gruppenräume für Vereine sowie die Hauptflächen der Mediathek mit den gewünschten Schulungsflächen untergebracht. Die Gastronomie ist neben der Mediathek die zweite zentrale Einrichtung in der Anlage. Der Zugang der Gastronomie erfolgt über den befestigten Hof und eine neue Bachbrücke, welche die beiden Hofteile verbindet. Der geplante Neubau ist dem Schwerpunkt Feste & Feiern gewidmet. Dieser kann als Seminar-, Tagungs- oder Vereinsfläche genutzt werden. Für die Gastronomie ergibt sich dadurch ganzjährig die Möglichkeit größeren Gruppen ein Bewirtungsangebot zu bieten. Gleichzeitig kann sie, in Kooperation mit dem Kulturverein, den ehemaligen Stall bespielen oder in Nachbarschaft zum neuen Trauhäuschen größere Feiern versorgen. Durch den Um- und Neubau entstehen Räume für Vereine, Gruppen und Seminare, Bereiche für Feste und Feiern, ein Kultur- und Veranstaltungssaal, ein Trauzimmer und eine Künstlerwerkstatt. Die Gestaltung der äußeren Freiflächen ermöglicht einen Grün- und Erholungsraum.
Fertigstellung 2013
BGF 4.900 qm
Auszeichnungen
Hugo Häring Auszeichung 2014
Beispielhaftes Bauen 2005-2015
Architekturpreis Wein 2016
Badischer Architekturpreis 2019
Wein und Architektur 2020
„Wir haben das Weingut in den Löss versenkt.“ Die Verschmelzung von Gebäude und Natur bei optimaler Nutzung der Gravitation für die Weinbereitung waren die entscheidenden Grundlagen des Entwurfs zum Neubau des Weingutes Franz Keller in Vogtsburg-Oberbergen. Im Einklang mit den Terrassen des Kaiserstuhls verbindet sich das Gebäude mit der Landschaft. Mit dem Konzept der drei Ebenen, welche gegeneinander versetzt sind, scheint das Gebäude mit der Umgebung zu verschmelzen und greift so gleichzeitig die für den Kaiserstuhl typische und prägende Terrassenlandschaft auf. Der harmonische Übergang von Natur und Gebäude besticht durch seine Selbstverständlichkeit. Sämtliche Dachflächen sind mit einem Wiesensaatgut vom benachbarten Badberg begrünt, welches eigens aus dem Naturschutzgebiet gewonnen wurde. So eingepasst in die einzigartige Kulturlandschaft bietet das Weingut gleichzeitig interessante Einblicke in die Produktionsabläufe und einen einzigartigen Panoramablick von der Terrasse des Weingutrestaurants „Kellerwirtschaft“ – Kaiserstuhl zum Anfassen. Mit dem Eingraben des Weingutes in die Erde entsteht das Energiekonzept von selbst durch die Natur. Die nach Norden ausgerichtete Lage des Grundstücks begünstigt diesen Effekt. Die natürliche Isolation des Erdreiches sorgt für ein gleich bleibendes Klima und die gewünschte konstante Temperatur, die zur Entwicklung und Lagerung des Weines optimale Voraussetzungen bietet. Dies ist die eigentliche entwurfsspezifische Grundlage für das energiebewusste und nachhaltige Konzept.
Fertigstellung 2013
BGF 3.000 qm
Das Gesundheitsresort Freiburg umfasst das Dorint Hotel an den Thermen und die unmittelbar anschließende Mooswaldklinik. Das Hotel wurde an der Nordost-Seite um einen 3-geschossigen Anbau mit Attikageschoss erweitert. Im 1. und 2. Obergeschoss entstanden 32 neue Hotelzimmer und im Attikageschoss 5 Suiten. Im Erdgeschoss des Neubaus befinden sich die Verwaltung, die Küche und Erweiterungsflächen des Restaurants mit einer großen neuen Sonnenterrasse. Nebenräume wie Lager, Wäscherei, Sozialräume sowie die Anlieferung sind im Untergeschoss untergebracht. Der Anbau wurde als Stahlbetonkonstruktion mit begrüntem Flachdach ausgebildet und schließt im Erd- und Untergeschoss direkt an den Bestand an, im 1. und 2. Obergeschoss ist er über einen gläsernen Verbindungsgang mit dem bestehenden Hotel verbunden. Die Fassade besteht durchgehend aus geschosshohen Fensterelementen, die einen freien Ausblick in den Mooswald ermöglicht. Holzschiebeläden ergänzen die äußere Gestaltung und unterstreichen die Besonderheit der Lage im Mooswald. Nach Fertigstellung des Neubaus wurde im 2.Bauabschnitt das bestehende Gebäude einer kompletten Renovierung und Neuordnung unterzogen, um den heutigen Anforderungen gewachsen zu sein. Das Angebot an Tagungs- und Seminarräumen wurde erweitert und verbessert. Der gesamte Eingangsbereich mit Foyer, Back-Office, Lobby, Bar und Restaurant ist neu gestaltet. Die wertvollen Außenbereiche sind mit großzügigen Freiflächen neu geordnet. Die Parkplätze wurden erweitert und am Waldrand neu eingerichtet. Damit entstand genug freier Raum zwischen den Gebäuden, der vielfältige Nutzungen im Außenbereich zulässt.










































